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Kornblume (Centaurea cyanus)

Kornblume

Herkunft und Aussehen der Kornblume (Centaurea cyanus)

Die Kornblume mit ihren blauen bis violetten Blütenkörben dürfte den meisten im deutschen Sprachraum bekannt sein. Auch wenn die Pflanze mit dem botanischen Namen Centaurea cyanus in den letzten Jahren wieder etwas häufiger anzufinden ist, steht sie immer noch unter Naturschutz. Mit wenig Aufwand lässt sich die Kornblume auch auf dem Garten oder auf dem Balkon anbauen. Das Vorkommen der Kornblume lässt sich grob auf Westasien und Europa zusammenfassen. Die Pflanze mit den wunderschönen blauen Blüten ist wahrscheinlich aus dem Mittelmeergebiet nach Mitteleuropa durch den Menschen eingeschleppt worden und hat sich seit diesem Zeitpunkt kontinuierlich nach Norden und Osten ausgebreitet. Die Kornblume ist häufig in der Nähe am Rand von Getreidefeldern anzutreffen, was auch ihren Namen erklärt. Sie wächst vor allem an Standorten, die offen und eher nährstoffarm sind. Gelegentlich ist sie auch an Brachflächen sowie im Ödland wild zu finden. Die Kornblume gehört zur großen Pflanzenfamilie der Korbblütler. Verwandt ist die Kornblume u.a. mit dem Löwenzahn, mit der Ringelblume oder dem Huflattich. Die Gattung Flockenblumen ist sehr artenreich und umfasst mehr als 350 Arten. Bekannte Arten aus dieser Gattung sind u.a. die schwarze Flockenblume die Wiesen-Flockenblume oder die Sonnenwend-Flockenblume. Einige dieser Arten spielen in der Naturheilkunde eine gewisse Rolle. Da die Pflanze in einigen Gärten gern angebaut wird, haben sich über die Jahre auch einige Varietäten (Unterarten) der Kornblume herausgebildet, die meist Züchtungen durch Menschenhand sind.

Kornblumen sind einjährig und zweigeschlechtlich. Sie erreichen Wuchshöhen zwischen 40 und 90 cm, je nach Standortbeschaffenheit. Mit ihren schlanken und teils spindelförmigen Wurzeln gelangt sie meist bis zu 30 cm tief in den Boden. Die Blätter der Kornblume unterscheiden sich von unten nach oben. Die bodennahen Blätter sind in der Regel größer als die in Richtung Pflanzenspitze. Im oberen Bereich sind die Blätter meist schmal, lanzettlich und meist ganzrandig, während die unteren Blätter eingeschnitten bis leicht gesägt sind. Kornblumenblätter haben eine auffällige Blattbehaarung, die sich flaumig anfühlt. Die Blütezeit der Kornblume ist in der freien Natur meist zwischen Ende Mai bis Mitte September zu erwarten. Dort bildet die Wildform der Pflanze blaue bis leicht violette Blüten aus. Da die Kornblume zu den Korbblütlern gehört, sind die Blütenstände entsprechend Körbchen förmig und bestehen meist aus etwa 30 so genannten Röhrenblüten. Im Zentrum der Blüte befinden sich die meist deutlich violett gefärbten Hüllblätter. Einige Zuchtformen und in seltenen Fällen auch einige Wildformen können auch rosa bis weiß gefärbte Blütenkörbe aufweisen. Zur Fruchtreife entwickeln sich aus den Korbblüten die für die Pflanzenfamilie typischen Achänen Früchte. Jede Frucht besitzt ein behaartes Schirmchen, die der Verbreitung durch Wind dient. Die Frucht selbst ist weißlich bis gelblich und bis zu 5 mm lang.

Anzucht der Kornblume

Gärtner, die die schönen Blüten der Kornblume nicht missen wollen, können diese leicht anbauen. Die Pflanze ist – insofern die Standortansprüche gut bekannt sind – sehr pflegeleicht. Der Anbau der Pflanze hat sogar einen ökologischen Vorteil, da Kornblumen heute in freier Natur nur noch sehr selten anzutreffen sind. Mit dem Anbau erhöht sich die Chance, dass die auch als Kornnelke bekannte Art, sich wieder bei uns ausbreitet. Zum einen sollte bei der Standortwahl folgende einfache Regeln eingehalten werden. Die Kornblume wächst am besten an sonnenexponierten Standorten. Optimal sind humusreiche, durchlässige, lockere und leicht kalkhaltige Böden, wobei auch nährstoffarme und zum Teil sandige Böden toleriert werden. Im Garten sollte die Kornblume nicht auf überdüngtem bzw. sehr nährstoffreichem Boden angebaut werden, da die Nährsalze der Wurzel schnell zusetzen und die Pflanze Mangelerscheinungen erleidet. Bei der Aussaat der Kornblume ist es wichtig zu beachten das die Kornblume ein Kaltkeimer ist und daher sind die Monate März bis April bestens für die Aussaat der Samen geeignet. Die Kornblumensamen können jedoch bis Ende Mai ausgesät werden, wenngleich meist mit deutlich kleineren Pflanzen gerechnet werden muss. Viele Quellen empfehlen zwar eine Anzucht zu Hause, die jedoch nicht wirklich erforderlich ist. Im Freiland sollten Pflanzabstände von etwa 25 bis 30 cm zu jeder weiteren Pflanze eingehalten werden. Die Samen benötigen Licht um sich optimal zu entwickeln. Die gelblichen Körner sollten daher maximal bis einen Zentimeter in die Erde gedrückt werden. Bei optimalen Keimbedingungen erscheinen die Keimlinge in der Regel 10 bis 14 Tage nach der Aussaat. Bei der Düngung gehen sie folgendermaßen vor. Wächst die Kornblume auf einem intakten Gartenboden oder in mit Sand vermischter Blumenerde muss in der Regel nicht gedüngt werden. Bei Topfkulturen sowie auf einigen nährstoffärmeren Standorten können aber gute NPK-Dünger kurz vor der Blütezeit in schwachen Gaben in den Boden bzw. die Erde zugeführt werden. Soll die Kornblume mehrere Jahre am selben Platz wachsen, können einige Gaben Kompost oder Mist im Spätherbst in den Boden eingearbeitet werden. Grundsätzlich ist die Kornblume eher an trockenere Standorte angepasst. Gegossen werden sollte vor allem nach längeren Trockenphasen oder an sehr heißen Tagen in den Abendstunden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Böden nicht allzu feucht sind. Staunässe sollte in jedem Fall vermieden werden, da dies zum Verfaulen der schlanken Wurzeln führen würde. Besondere Pflegehinweise gibt es bei der Kornblume nicht zu beachten. Da Kornblumen mehrfach blühen können, kann das Entfernen der verblühten Blütenstände eine neue Blütephase fördern. Kornblumen sind einjährige Pflanzen, die nach der Fruchtreife absterben daher müssen Maßnahmen zur Überwinterung nicht getroffen werden.

Die Kornblume als Heilkraut für den Menschen

Die Kornblume, die in einigen Regionen auch als Kornnelke bekannt ist, enthält zahlreiche nennenswerte Inhaltsstoffe, die die Verwendung als Heilkraut rechtfertigen. Vor allem die im Kraut und in den Blüten enthaltenden Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe und Schleimstoffe sind hier zu nennen. Die Wirkung der oberirdischen Pflanzenbestandteile kann wie folgt zusammengefasst werden: blähungslindernd, leicht verdauungsfördernd, entzündungshemmend, antibakteriell und wundheilungsfördernd. Die Zusammensetzung der Wirkstoffe bzw. die Wirkungen der Kornblume, werden in der Volksmedizin heute für folgende Beschwerden bzw. Krankheiten verwendet, dazu gehören Blasenbeschwerden, leichte Nierenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, nervöse Unruhezustände und chronischer Husten. Die Blüten und das Kraut werden nur selten pur verwendet. In der Regel werden Kornblumenbestandteile mit anderen Heilkräutern vermischt. Dargereicht werden vor allem Teeauszüge und Tinkturen. Kornblumen werden heute noch als Hausmittel bei einigen Augenbeschwerden verwendet. Breiumschläge, wässrige Extrakte und Salben aus Kornblumen sollen vor allem bei Bindehautentzündung, Entzündungen der Augenlider und bei lästigen Tränensäcken helfen. Empfohlen werden ein bis zwei Teelöffel Kornblumenblüten in einer Tasse mit kochendem Wasser zu extrahieren. Mit diesem Extrakt wird ein Umschlag angefertigt, der dann auf die Augen aufgelegt wird. Die Kornblume hat aufgrund ihrer zahlreichen Wirkstoffe womöglich ein deutlich höheres Potenzial als Heilkraut wahrgenommen zu werden. Die wenigen vorhandenen Studien lassen zumindest darauf schließen, dass die Pflanze mit vielen positiven Gesundheitsaspekten aufwarten lässt.

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