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Schnittlauch (Allium schoenoparsum)

Schnittlauch

Herkunft und Aussehen des Schnittlauch (Allium schoenoparsum)

Der Schnittlauch ist eines der klassischen Küchenkräuter, die es zu jeder Jahreszeit im Handel frisch zu erwerben gibt und es gehört zu den bekanntesten Kräutern überhaupt. Das Schnittlauch, als würzendes Kraut in der heimischen Küche, verfeinert mit seinem zarten zwiebelartigen Geschmack vor allem Salate und Eierspeisen. Einige der im Schnittlauch enthaltenden Inhaltsstoffe fördern darüber hinaus die Gesundheit. Die ursprüngliche Heimat des Schnittlauchs liegt im heutigen Sibirien. Heute kommt Schnittlauch in den Ländern vor, die ein gemäßigtes Klima aufweisen. Er wird in vielen Ländern kultiviert und als Küchenkraut angebaut, darunter auch in den USA und China. Schnittlauch lässt sich heute in vielen städtischen Regionen auch wild finden. Der Schnittlauch ist eine einkeimblättrige Pflanze und gehört zu den Spargelartigen Kräutern. In der engeren Verwandtschaft ist der Schnittlauch ein Mitglied der Familie der Amaryllis Gewächse. Die Gattung Lauch ist mit mehr als 300 Arten sehr artenreich.

Darunter zählen andere bekannte Vertreter wie Küchenzwiebel, Knoblauch oder der Bärlauch. Im Laufe der Zeit wurden einige Schnittlauchsorten gezüchtet, die sich in Geschmack und Wachstum mitunter deutlich unterscheiden. Der Schnittlauch ist eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze, welche Wuchshöhen zwischen 10 und 50 cm erreichen kann. Die eiförmigen Zwiebeln des Schnittlauchs sind relativ unscheinbar. Der Durchmesser der Zwiebel erreicht meist nie mehr als 1 cm. Die Laubblätter entspringen der typisch weißen Zwiebel und weisen meist eine grünlich bis graue Färbung auf. Sie wirken wie einzelne Grashalme, die je nach Grad der vegetativen Vermehrung auch einzelne Büschel ausbilden können. Die Blätter des Schnittlauchs sind röhrenförmig und innen hohl. Je nach kultivierter Sorte können die Röhren sehr fein oder sehr grob ausgestattet sein. Schnittlauch bildet meist violette bis rote Blüten aus, die in Form einer Scheindolde zusammengefasst sind. Eine Scheindolde enthält bis zu 50 Blüten und wächst direkt auf der Spitze des Laubblatts. Eine einzige Blüte misst etwa 3 bis 5 mm im Durchmesser. Die Pflanze blüht meist zwischen Ende Mai bis Mitte August und bildet zur Zeit der Fruchtreife kugelige Kapselfrüchte mit dunklen, meist schwarzen Samen.

 

Anzucht aus dem Samen

Der günstigste Standort für Schnittlauch ist eine helle und sonnige bis halbschattige Stelle im Freilandgarten. Das gleiche gilt für die Kultivierung in der Wohnung: die Fensterbank in der Sonne wird schattigen Plätzen vorgezogen. Schnittlauch ist ein sehr pflegeleichtes Kraut, das zum Wachsen und Gedeihen einen humosen Boden mit lehmig-sandigen Anteilen und eine Boden-pH-Wert von 6 bis 7 braucht. Wichtig ist ebenso die regelmäßige Wasserzufuhr. Trotzdem sollte vermieden werden, dass die Pflanze im Wasser steht. Staunässe führt dazu, dass die Halme gelb werden und die Bildung von Schimmel unterstützt wird. Insbesondere bei der Haltung von Schnittlauch im Topf sollte auf eine gute Drainage geachtet werden, bspw. in Form von Blähton, Perlite und Lava am Boden des Topfes.

Mit der Aussaat von Schnittlauch beginnt im Haus ab Mitte Februar, im Freiland ab Ende März. Die Samen können entweder reihenartig oder punktuell ausgesät werden, letztere bilden später sogenannte büschelweise wachsende Schnittlauchhorste, die winterhart sind. Schnittlauch ist ein Kaltkeimer und benötigt für etwa eine Woche eine Kälteperiode von durchschnittlich 5 bis 9 °C. Bei der Anzucht im Haus sollten daher kältere bzw. ungeheizte Plätze bevorzugt werden. Da Schnittlauch eine Pflanze ist die im Dunkeln keimt, sollten die Samen mit etwa 2 cm Erde bedeckt werden. Bis sich die ersten Schnittlauchtriebe zeigen, vergehen zirka zwei Wochen. Alle drei Jahre bietet es sich an, die Schnittlauchhorste zu trennen. Der Schnittlauchbüschel wird vorsichtig mit den Händen zerteilt und ausgedünnt. Schon bald zeigen sich neue, junge Triebe.

Als optimalen Zeitpunkt für die Trennung von Schnittlauchhorsten gilt das Ende der Vegetationsperiode im späten Herbst. Ein Teil des zerteilten Schnittlauchs kann direkt in einen Topf eingepflanzt und als Wintervorrat im Haus gezogen werden. Damit die Pflanze besonders gut austreibt, wird Schnittlauch im Topf bei Nachtfrost für kurze Zeit ins Freie (Garten oder Balkon) herausgestellt. Die Halme verwelken anschließend, treiben bei Zimmerwärme aber wieder rasch aus – genau wie im Freiland, wenn im Frühjahr die Sonne den Boden erwärmt. Durch das regelmäßige Abschneiden der Schnittlauchhalme werden der Neuaustrieb und das Wachstum gefördert. Besonders aromatisch bleibt der Geschmack, wenn zur Zeit der Blüte, die Blütenstände bereits vorher abgetrennt werden. So wird verhindert, dass die Pflanze einen Großteil ihrer Energie in die Blütenbildung steckt. Daneben kommt Schnittlauch im Garten eine ökologische Funktion zu. Schnittlauch steht auf dem Speiseplan von Regenwürmern, die dazu beitragen, das Kraut zu zersetzen und die im Schnittlauch enthaltenen Mineralstoffe über den sogenannten Wurmhumus den Pflanzen im Garten erneut zur Verfügung zu stellen. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Schnittlauch neben andere Nutz- und Zierpflanzen gepflanzt, eine schädlingsabwehrende Wirkung hat.

Mit den filigranen Halmen und den rosafarbenen bis violetten Blüten ist Schnittlauch außerdem äußerst dekorativ. Dennoch kann es vorkommen, dass Schnittlauch selbst von Schädlingen heimgesucht wird. Zu nennen ist an dieser Stelle ist der Schnittlauchrost. Der Rostpilz ist auf den Halmen aufgrund der rostroten, kleinen Erhebungen gut auszumachen. Die Bekämpfung des Schnittlauchrosts ist mitunter mühsam, da dieser spezielle Pilz nur bei Schnittlauch beobachtet wurde und gängig Anti-Fungizide nicht wirksam sind. Auch Frost und Kälte bekämpfen den Pilz nicht. Einzig mit einem Radikalschnitt der Pflanzen erzielt man eine nachhaltige Wirkung. Geerntet wird Schnittlauch nahezu ganzjährig. Schon kurze Zeit nach der Aussaat entwickeln sich die ersten zarten Halme, wenn sie etwa 10 cm lang sind geerntet werden können. Die Halme werden ca. zwei Zentimeter über dem Boden abgetrennt. Neben den Halmen können auch die Blüten geerntet und gegessen werden.

 

Das Heilkraut Schnittlauch

Der Schnittlauch wird am besten in der Küche angewandt, denn seine stärkste Heilwirkung entfaltet er, wenn er frisch gegessen wird. Heutzutage kann man Schnittlauch in den meisten Lebensmittelläden preisgünstig im Topf kaufen und dann auf der Fensterbank weiterwachsen lassen. Ein paar Schnipsel davon auf Brot oder in die Suppe gestreut, schmeckt nicht nur gut, sondern dient auch der Gesundheit. Besonders wertvoll ist auch ein Kräuterquark mit frischem Schnittlauch. Man kann übrigens auch die Blüten essen, beispielsweise im Salat. Schnittlauch hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmentzündung, Husten, Magenentzündung und bei Bluthochdruck. Schnittlauch ist außerdem blutreinigend, harntreibend und schleimlösend.